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Multichannel oder Omnichannel? Was der Unterschied für die Software-Wahl bedeutet

Eine Rückgabe an der Ladentheke ist der Moment, in dem sich zeigt, ob Onlineshop, Marktplatz und Kasse wirklich ein System sind. / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/182944 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis.

Berlin

Im Handel werden beide Wörter fast gleich benutzt. Sie meinen aber zwei verschiedene Dinge. Wer sie verwechselt, kauft leicht die falsche Software. Multichannel heißt: Sie verkaufen an mehreren Orten. Omnichannel heißt: Diese Orte verhalten sich wie ein einziges Geschäft, das Ladengeschäft eingeschlossen. Von den vier geprüften Systemen deckt PlentyONE aus unserer Sicht am meisten davon ab. Die anderen drei haben eigene Stärken, je nachdem, welche Kanäle Sie verbinden wollen.

Fabian Lindhofen

Der Unterschied, kurz erklärt

Multichannel ist eine Frage der Anzahl. Sie verkaufen im eigenen Shop, bei Amazon, bei Otto, vielleicht auch im Laden. Jeder Kanal läuft für sich. Omnichannel ist eine Frage der Verbindung. Es gibt einen Warenbestand, einen Vorgang und einen lückenlosen Nachweis vom Verkauf über die Rechnung bis zur Rückgabe. Ganz gleich, wo gekauft wurde.

Im Alltag zeigt sich der Unterschied nicht beim Verkaufen, sondern wenn etwas dazwischenkommt. Ein Kunde kauft im Laden das letzte Stück, während es bei Kaufland noch als verfügbar angezeigt und dort ebenfalls bestellt wird. Ein anderer steht mit einer Amazon-Bestellung an Ihrer Theke und will sie zurückgeben. Eine Multichannel-Lösung hat für beides keine Antwort. Eine Omnichannel-Lösung schon.

Eine Einschränkung gehört gleich an den Anfang. Wer seine Ware bei Amazon einlagert und von dort verschicken lässt, kann sie nicht im eigenen Laden über die Theke geben. Sie bleibt Ihr Eigentum, herausgeben kann sie aber nur Amazon, zu Amazons Bedingungen. Für diesen Teil des Bestands ist Omnichannel nicht das Ziel, sondern Multichannel.

Drei Fragen, an denen sich jede Software messen lässt

Gibt es wirklich nur einen Bestand?

Die Frage ist nicht, ob Bestände irgendwann abgeglichen werden. Die Frage ist, ob Laden, Onlineshop und Marktplatz denselben Bestand teilen. Wer an der Kasse ein Teil verkauft, darf es eine Sekunde später bei Otto nicht mehr anbieten. Wie oft abgeglichen wird, entscheidet, wie oft Sie etwas verkaufen, das Sie nicht mehr haben.

Funktionieren Rückgaben über Kanalgrenzen hinweg?

Also: Kann eine Bestellung, die online oder auf einem Marktplatz entstanden ist, im Laden zurückgenommen werden, mit sauberem Beleg und Gutschrift. Das ist der Punkt, an dem sich die meisten Systeme unterscheiden.

Ist die Ladenkasse rechtssicher angebunden?

Jedes elektronische Kassensystem in Deutschland muss seit der Kassensicherungsverordnung jeden Verkauf in einem zertifizierten Sicherheitsmodul unterschreiben, damit Belege nachträglich nicht verändert werden können. Dieses Modul heißt TSE. Es gibt es als Gerät, das fest zur Kasse gehört. Oder als Cloud-Variante, bei der die Unterschrift auf einem zertifizierten Server erzeugt wird. Beides ist zulässig. Der Unterschied ist praktisch: Hardware bindet Sie an ein bestimmtes Kassengerät, funktioniert dafür auch ohne Internet. Die Cloud spart die Anschaffung, verlangt aber eine laufende Verbindung.

Eine vierte Erwartung sollten Sie dagegen fallen lassen: die eine Kundenakte über alle Kanäle. Sie scheitert nicht an der Software, sondern an den Marktplätzen. Shopify löscht nach eigener Angabe die Kundendaten aus Marktplatzbestellungen nach der Zustellung. PlentyONE bucht Ladenverkäufe standardmäßig auf einen namenlosen Standardkunden. Wer über Amazon verkauft, bekommt keinen wiedererkennbaren Kunden, und daran ändert keine Software etwas. Ähnlich ist es mit der Ware bei Amazon: Sie bleibt Ihr Eigentum, bewegen kann sie nur Amazon. Omnichannel ist deshalb vor allem eine Frage von Ware und Belegen, nicht von Kundenprofilen.

1. PlentyONE: vom Marktplatz über den Onlineshop bis zur Ladentheke in einem System

Der Kunde mit der Amazon-Bestellung an der Theke ist bei PlentyONE kein Sonderfall. Das Handbuch ist an dieser Stelle ungewöhnlich klar: An der Kasse lassen sich Retouren für alle Aufträge buchen, die im System liegen. Ausdrücklich auch für Aufträge, die von woanders kommen. Der Nachweis läuft dabei lückenlos bis in die Aufzeichnungen der Kasse. Welche Herkünfte Sie an der Kasse zurücknehmen, legen Sie selbst fest. Auch die Abholung im Laden ist für Marktplatzaufträge möglich.

Möglich ist das, weil PlentyONE als einziges der vier Systeme alle drei Fragen mit Ja beantwortet. Bestände, Aufträge, Lager und ein eigener Onlineshop liegen in einem System. Dort sind 80 Verkaufskanäle gelistet, davon 77 Marktplätze. Ein Verkauf an der Kasse und ein Verkauf bei Otto greifen auf denselben Bestand zu, ohne Zwischenschritt. Ware, die bei Amazon liegt, führt PlentyONE als eigenes Lager. Bei der Einrichtung entscheiden Sie, ob dieser Bestand für die anderen Kanäle mitzählt.

Drei Dinge sollten Sie vorher wissen. Die Kasse gibt es erst ab der mittleren Edition, nicht im Einstiegstarif ab 59 Euro im Monat. Das Sicherheitsmodul ist an Hardware gebunden. Laut Handbuch werden nur Geräte von EPSON unterstützt, auch der Bondrucker. Und die Kasse deckt alles ab, was am Tresen passiert: Verkauf, Rückgabe, Beleg. Ihre Grenzen zeigen sich erst darüber hinaus. Wer ein Dutzend Filialen mit Personalplanung, Kundenkarten und Umlagerungen steuert, braucht zusätzlich ein Filialsystem. Für ein Ladengeschäft oder eine Handvoll Standorte fällt das nicht ins Gewicht.

Ideal für Händler, die über Onlineshop und mehrere Marktplätze verkaufen und zusätzlich einen Laden betreiben. Und für die Bestand und Rückgaben über alle Kanäle hinweg der eigentliche Engpass sind. PlentyONE 30 Tage kostenlos testen (https://outlink.space/qo/plentyone)

2. Pickware: die sauberste Lösung, solange kein Marktplatz im Spiel ist

Pickware läuft nicht neben dem Shopsystem Shopware, sondern darin, auf derselben Datenbank. Ein Kassenverkauf ist damit sofort eine Lagerbewegung. Es gibt keinen Abgleich, der schiefgehen könnte. Für die Verbindung von Onlineshop, Lager und Filiale ist das die sauberste Lösung im Vergleich. Das Sicherheitsmodul für die Kasse ist in allen Tarifen enthalten, als Cloud-Variante. Sie brauchen dafür kein bestimmtes Gerät und zahlen nichts extra.

Der Bruch kommt bei den Marktplätzen und er ist grundsätzlich. Pickware bindet keinen einzigen Marktplatz selbst an. Amazon, eBay, Otto und Kaufland laufen über den Partner magnalister, mit eigenem Vertrag ab 39 Euro im Monat. Bestände und Preise gleicht magnalister standardmäßig alle vier Stunden ab. Was Sie am Vormittag im Laden verkaufen, kann bei Amazon oder Otto also bis in den Nachmittag als verfügbar stehen. Genau die Situation, gegen die ein gemeinsames System helfen soll.

Für Rückgaben an der Kasse beschreibt Pickware nur einen Weg. Er beginnt bei den Kassenverkäufen. Eine Rückgabe von Marktplatzbestellungen an der Theke ist in der Dokumentation nirgends beschrieben. Sie fehlt auch in Pickwares eigener Übersicht der kanalübergreifenden Funktionen. Die Ware lässt sich annehmen und in der Warenverwaltung als Retoure erfassen. Die Erstattung selbst läuft bei einer Marktplatzbestellung aber über den Marktplatz, weil dort das Geld eingegangen ist.

Dazu kommen zwei Voraussetzungen. Das Kassensystem gibt es nur für Shopware 6. Shopify-Nutzern empfiehlt Pickware selbst die Kasse von Shopify. Und ohne Internetverbindung verkauft die Kasse gar nicht. Mit 149 Euro je Kasse und Monat ist sie außerdem der teuerste Posten im Feld.

Ideal für Händler, die bereits mit Shopware arbeiten und Onlineshop, Lager und einen oder mehrere Läden verbinden wollen, ohne nennenswertes Marktplatzgeschäft. Pickware ansehen (https://outlink.space/go/pickware)

3. Shopify: stark zwischen Shop und Filiale, schwach bei deutschen Marktplätzen

Shopify führt Bestände nach Standort statt nach Kanal. Der Verkauf an der Theke greift deshalb auf denselben Bestand zu wie der Onlineshop. Käufe im Shop und an der Kasse lassen sich auf denselben Kunden buchen. Dafür muss das Personal den Kunden an der Kasse aber zuordnen. Die deutschen Kassenpflichten erfüllt Shopify über eine eigene App, die auf einer zertifizierten Cloud-Lösung aufsetzt.

Zwei Dinge sollten Sie vorher wissen. Abholung im Laden, Versand aus der Filiale und Umtausch vor Ort kosten extra. Sie gehören zum teureren Kassentarif: 79 Euro je Standort und Monat. Dazu kommt die App für das Sicherheitsmodul, noch einmal 9 US-Dollar je Standort, rund 8 Euro. Vor allem aber endet die Marktplatzanbindung früh. Amazon und eBay laufen über Shopifys eigene Lösung. Die ersten 50 Bestellungen im Monat sind frei, danach kostet jede Bestellung 1 Prozent. Otto und Kaufland erreichen Sie nur über Apps fremder Anbieter. Für Otto sind das knapp 35 Euro im Monat plus 1,49 Prozent, für Kaufland gibt es Apps ab 19 US-Dollar, rund 16 Euro.

Grundsätzlich gilt: Shopify ist ein Shop- und Kassensystem. Es ist keine Warenverwaltung für den gesamten Betrieb. Eine Übergabe an DATEV, die Software der meisten deutschen Steuerberater, gibt es im Produkt nicht. Wer über eine bestimmte Größe hinauswächst, betreibt neben Shopify ein zweites System für Bestand, Einkauf und Buchhaltung.

Ideal für Händler mit eigenem Shop und ein bis zwei Filialen, deren Marktplatzgeschäft sich auf Amazon und eBay beschränkt. Shopify ansehen (https://outlink.space/go/shopify)

4. ChannelEngine: viele Kanäle, kein Omnichannel

ChannelEngine zeigt, warum Kanalzahl und Omnichannel nichts miteinander zu tun haben. Mit rund 160 Verkaufskanälen hat der niederländische Anbieter die größte Reichweite im Vergleich. Dazu gehören Plattformen wie Target Plus, Shopee und noon, die in Deutschland sonst kaum jemand anbindet.

Nur ist ChannelEngine eine Verbindungsschicht, kein Geschäftssystem. Es kennt Bestände und verteilt Aufträge, führt sie aber nicht selbst. Ein System für Bestand, Lager und Buchhaltung muss dahinter bereits vorhanden sein. Eine Ladenkasse gibt es nicht. Rückgaben bleiben an den Kanal gebunden, über den verkauft wurde. Der Anbieter deckt keine dieser drei Aufgaben ab. Vorzuwerfen ist ihm das nicht: Er ist für eine andere Aufgabe gebaut.

Ideal für Marken, die Bestand und Lager bereits in einem eigenen System führen und international auf zusätzliche Marktplätze wollen, ohne einen Laden anzubinden. ChannelEngine ansehen (https://outlink.space/go/channelengine)

Häufig gestellte Fragen

1. Was ist der Unterschied zwischen Multichannel und Omnichannel?

Multichannel bedeutet, über mehrere Kanäle zu verkaufen, die getrennt voneinander laufen. Omnichannel bedeutet, dass diese Kanäle denselben Bestand, denselben Vorgang und dieselben Belege nutzen. Der Laden gehört dazu. Der Unterschied zeigt sich nicht im Normalbetrieb, sondern bei Überschneidungen und Rückgaben.

2. Kann ich eine Amazon-Bestellung im eigenen Laden zurücknehmen?

Nur, wenn Marktplatzaufträge und Kasse im selben System liegen. PlentyONE sieht das ausdrücklich vor: An der Kasse lassen sich Retouren für alle gespeicherten Aufträge buchen, auch für Aufträge anderer Herkunft. Bei Pickware ist dieser Weg nicht dokumentiert, die Erstattung läuft dort über den Marktplatz. Bei einer reinen Verbindungsschicht wie ChannelEngine ist die Rückgabe ohnehin an den Verkaufskanal gebunden.

3. Welche Software brauche ich für Omnichannel im deutschen Handel?

Ein System, das einen Bestand über alle Kanäle führt und Rückgaben kanalübergreifend verarbeitet. Dazu eine Kasse, die die Kassensicherungsverordnung erfüllt. Verkaufen Sie auch auf Otto oder Kaufland, kommt deren Anbindung hinzu. Die bringt längst nicht jedes System selbst mit.

Methodik & Quellen

Grundlage sind die Handbücher, Preis- und Dokumentationsseiten der vier Anbieter. Als Verkaufskanal zählen Marktplätze und Shopsysteme, auf denen das System anbieten und Bestellungen empfangen kann. Preissuchmaschinen, Werbekanäle und einzelne Länderausgaben desselben Marktplatzes sind nicht mitgezählt. Die Anbieter werben mit höheren Zahlen, weil sie anders zählen. Ein höherer Rang bedeutet nicht, dass ein System für jeden Fall die bessere Wahl ist. Preise sind Listenpreise, netto, Stand August 2026, je nach Anbieter bei jährlicher oder monatlicher Zahlweise. Apps aus dem Shopify App Store werden in US-Dollar abgerechnet; die Euro-Beträge sind zum EZB-Referenzkurs umgerechnet.

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