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Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)


Unfallrisiko bei der Arbeit 2025 erneut gesunken / Durchschnittlicher Beitragssatz zu den Berufsgenossenschaften stabil

Arbeitsunfälle im betrieblichen Kontext im Vergleich 2005 und 2025. / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/65320 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis.

Berlin (ots) -

Das Unfallrisiko bei der Arbeit ist im vergangenen Jahr weiter zurückgegangen. Das geht aus den Geschäfts- und Rechnungsergebnissen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen hervor, die ihr Verband Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) heute veröffentlicht hat. Je 1.000 Vollzeitäquivalente (ehemals Vollarbeiter) ereigneten sich demnach 19,9 meldepflichtige Unfälle bei der Arbeit. Das entspricht einem Rückgang um 3,2 Prozent. Bei den meldepflichtigen Wegeunfällen und den Schulunfällen sind die Zahlen 2025 hingegen leicht gestiegen. Der durchschnittliche Beitrag zu den Berufsgenossenschaften blieb stabil bei 1,08 Euro je 100 Euro Lohnsumme.

Prävention lohnt sich

Insgesamt ereigneten sich im vergangenen Jahr 689.922 meldepflichtige Arbeitsunfälle von abhängig Beschäftigten und Unternehmern (- 3,1 Prozent) sowie 170.306 meldepflichtige Wegeunfälle (+ 1,0 Prozent), also Unfälle von der Arbeit zum Wohnort und von dort zur Arbeit. 299 Versicherte verloren aufgrund eines Arbeitsunfalls ihr Leben, 231 aufgrund eines Wegeunfalls. 12.645 Versicherte erhielten 2025 erstmals eine Rente aufgrund eines Arbeits- oder Wegeunfalls. Häufigste Ursache für meldepflichtige Arbeitsunfälle war der Verlust der Kontrolle über ein Werkzeug oder einen Gegenstand (171.638), gefolgt von Stolper-, Rutsch- und Sturzunfällen (163.430). Die häufigste Ursache für einen tödlichen Arbeitsunfall war der Kontrollverlust über ein Transportmittel (101), gefolgt von Absturzunfällen (53).

"Prävention lohnt sich!", sagt Dr. Stephan Fasshauer, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung: "Das belegen erneut die Arbeitsunfallzahlen für das Jahr 2025. Das Risiko einen Unfall bei der Arbeit zu erleiden, ist abermals zurückgegangen. Das ist eine sehr gute Nachricht. Damit hängt eine andere gute Nachricht zusammen: Die durchschnittliche Beitragsbelastung der Betriebe ist stabil geblieben, trotz allseits gestiegener Kosten. Die aktuelle Bilanz zeigt: Investitionen in Prävention tragen dazu bei, schwere Arbeitsunfälle zu verhindern und das entlastet auch die Solidargemeinschaft."

Stabile Beiträge dank sinkender Unfallzahlen

Die gewerblichen Berufsgenossenschaften und die Unfallkassen finanzieren sich durch die Beiträge der Unternehmen. Sie erzielen dabei keine Gewinne. Berechnungsgrundlage für die Beiträge sind der Finanzbedarf, die Arbeitsentgelte der Versicherten sowie - bei den Berufsgenossenschaften - die Gefahrklassen.

Der Betrag, den die Berufsgenossenschaften auf die versicherten Unternehmen umlegen, heißt Umlagesoll. Dieses Umlagesoll belief sich 2025 auf 14,7 Mrd. Euro und lag damit rund 2,7 Prozent höher als im Vorjahr. Trotz dieses Anstiegs ging der durchschnittliche Beitragssatz zur Berufsgenossenschaft von 1,09 auf 1,08 Euro je 100 Euro Lohnsumme zurück. Grund hierfür war ein weiterer Anstieg des beitragspflichtigen Entgelts in der gewerblichen Wirtschaft auf 1,4 Billionen Euro.

Unfälle weiterer Versichertengruppen

Neben Arbeitnehmenden und versicherten Unternehmern sind auch verschiedene andere Gruppen gesetzlich unfallversichert, zum Beispiel Teilnehmende an Rehabilitationsmaßnahmen, Feuerwehrleute, pflegende Angehörige und verschiedene ehrenamtlich Tätige. Insgesamt registrierten die Unfallversicherungsträger in dieser Gruppe 40.651 Arbeitsunfälle sowie 4.836 Wegeunfälle. 686 Versicherte erhielten erstmals eine Rente aufgrund eines Versicherungsfalls. 35 im Ehrenamt Versicherte verloren bei einem Unfall das Leben.

Berufskrankheiten: Zahlen stabilisieren sich nach Pandemie

Die Berufskrankheitenzahlen stabilisieren sich nach der COVID-19-Pandemie wieder. Berufsgenossenschaften und Unfallkassen erhielten 2025 insgesamt 91.250 Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit (+ 0,6 Prozent). Hauptgrund hierfür waren unter anderem vermehrte Anzeigen wegen Hautkrebs und Muskel-Skelett-Erkrankungen. In 24.340 Fällen wurde eine Berufskrankheit anerkannt - dies sind 9,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Häufigste anerkannte Berufskrankheit war die lärmbedingte Schwerhörigkeit. Sie wurde bei 9.819 Versicherten anerkannt. Bei 3.899 Versicherten wurde Hautkrebs durch natürliche UV-Strahlung (Plattenepithelkarzinome) bzw. dessen Vorstufen (aktinische Keratosen) als Berufskrankheit anerkannt. Infektionskrankheiten machten mit 2.656 Erkrankungsfällen die dritthäufigste Berufskrankheit aus. Hauptgrund hierfür sind Erkrankungen an COVID-19. 5.413 Versicherte erhielten erstmals eine Rente aufgrund ihrer Berufskrankheit (+ 4,3 Prozent). 1.772 Menschen verstarben infolge einer Berufskrankheit (- 6,1 Prozent).

Leichter Anstieg bei den Schulunfällen

Auch Kinder in Tagesbetreuung, Schülerinnen und Schüler und Studierende stehen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Meldepflicht besteht für diese Gruppe, wenn Versicherte getötet oder so verletzt werden, dass sie ärztliche Behandlung in Anspruch nehmen müssen.

Träger der Schülerunfallversicherung sind die Unfallkassen. Sie meldeten für das vergangene Jahr 1.032.546 meldepflichtige Schulunfälle. Dies entspricht einem Anstieg um 2,0 Prozent. Auch die meldepflichtigen Schulwegunfälle nahmen 2025 zu auf 90.663 zu (+3,8 Prozent). 30 Versicherte verunglückten tödlich, fünf während des Besuchs der Bildungseinrichtung und 25 auf dem Weg dorthin beziehungsweise von dort nach Hause.

Pressekontakt:

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV)
Spitzenverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften
und der Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand
Glinkastraße 40, 10117 Berlin

Pressesprecher Stefan Boltz
Tel.: +49 30 13001-1414
E-Mail: presse@dguv.de
https://www.dguv.de
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