scoopcamp 2026: Transformation, Markenkern und Finanzierungskonzepte bestimmen Diskussionen auf der Medienfachkonferenz in Hamburg
Hamburg (ots) -
- In der 18. Ausgabe des scoopcamps stand die Transformation von Medienhäusern sowie die künftige Entwicklung der Branche im Zentrum der Konferenz.
- Den scoop Award in der Kategorie "Innovativer Content" erhielt Amelie Marie Weber. Andrea Wasmuth erhielt den scoop Award in der Kategorie "Transformative Managerin".
- Rund 140 Expertinnen und Experten besuchten die Veranstaltung.
- Die dpa ist im Organisationsboard vertreten und unterstützt das scoopcamp seit vielen Jahren.
Wie können Medienunternehmen in einer sich wandelnden Branche tragfähige Geschäftsmodelle entwickeln und ihre journalistischen Angebote zukunftsfähig aufstellen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des scoopcamps 2026 im SPACE in Hamburg. Die Konferenz von nextMedia.Hamburg, Teil der Hamburg Kreativ Gesellschaft, brachte Führungskräfte der Medienbranche zusammen, um über Transformation, Geschäftsmodelle, Produkte, Vertrauen und die Weiterentwicklung journalistischer Angebote zu diskutieren.
Zum Auftakt begrüßten Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg, und Egbert Rühl, Geschäftsführer der Hamburg Kreativ Gesellschaft, die Teilnehmenden. Senator Dr. Carsten Brosda hob in seiner Ansprache die hohe gesellschaftliche Bedeutung des Journalismus für Zusammenhalt und Austausch in der Gesellschaft hervor.
Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: "Mit dem scoopcamp bietet die Stadt Hamburg einen Raum, in dem sich Verantwortliche aus Medien und Journalismus gemeinsam und vertrauensvoll über die Zukunft der Medien und des Journalismus austauschen können. Zukunftsfähige Geschäftsmodelle des Journalismus zu entwickeln ist nicht nur bedeutsam für die Branche selbst, sondern auch für unsere demokratische Gesellschaft. Angesichts der Entwicklung der Künstlichen Intelligenz geht es darum, den Wert des Menschlichen in der öffentlichen Kommunikation hervorzuheben, Mut bei der Entwicklung neuer Angebote zu haben und nah an den Wünschen und Bedürfnissen der Nutzenden zu sein. Die beiden Preisträgerinnen der scoop Awards 2026 zeigen, wie sich die Beziehung des Publikums zu einem verlässlichen und zukunftsfähigen Journalismus stärken lässt."
Egbert Rühl betonte zudem die Bedeutung Hamburgs als Standort für die Medienbranche, unter anderem bei der Weiterentwicklung neuer Formate und Erlösquellen.
Egbert Rühl, Geschäftsführer der Hamburg Kreativ Gesellschaft: "Die Medienbranche steht wirtschaftlich und technologisch unter enormem Veränderungsdruck. Gleichzeitig entstehen gerade neue Möglichkeiten: durch andere Erlösmodelle, neue Formate, den Einsatz von KI und eine stärkere Zusammenarbeit mit anderen Bereichen der Kreativwirtschaft. Entscheidend ist, daraus tragfähige Geschäftsmodelle zu entwickeln. Hamburg bietet dafür mit seiner starken Medien- und Kreativwirtschaft und der engen Vernetzung der Branchen sehr gute Voraussetzungen."
Amelie Marie Weber und Andrea Wasmuth erhalten scoop Award
Am Vormittag wurde Andrea Wasmuth (CEO, DvH Medien und Handelsblatt Media Group) für die strategische Weiterentwicklung einiger der bedeutendsten journalistischen Marken Deutschlands mit dem scoop Award "Transformative Managerin" ausgezeichnet. Dr. Alexandra Borchardt (Medienforscherin, Journalistin, Beraterin und Dozentin) hob in ihrem Eröffnungsimpuls die demokratische Bedeutung der Arbeit Wasmuths hervor und überreichte den Preis.
Am Nachmittag erhielt Amelie Marie Weber (Journalistin und Moderatorin, tagesschau) den scoop Award in der Kategorie "Innovativer Content" - für die erfolgreiche Ansprache jüngerer Zielgruppen auf Social Media mit politischen und gesellschaftlich relevanten Themen. Dominik Stawski (Leiter und Geschäftsführer, Henri-Nannen-Schule) würdigte die Arbeit Webers in seiner Laudatio und überreichte den Preis.
Transformation der Branche im Fokus
Im ersten Panel gingen Nils von der Kall (CEO, ZEIT Verlagsgruppe) und Elisabeth Varn (Executive Board Member, Hubert Burda Media) gemeinsam mit scoopcamp-Moderatorin Nhi Le (Journalistin und Moderatorin, Norddeutscher Rundfunk/frei) der Frage nach, wie Medienmarken ihre Identität bewahren und sich zugleich weiterentwickeln können. Beide hoben die Bedeutung von Transparenz und Vertrauen hervor, die Mitarbeitende und Talente ermutige, neue Formate zu entwickeln und Gestaltungsräume wahrzunehmen.
Später diskutierten Steffen Zeller (CMO, Rügenwalder Mühle) und Sabine Eriksen (Director Reader Revenue, Handelsblatt Media Group), wie sich etablierte Marken erfolgreich weiterentwickeln und neu positionieren können. Steffen Zeller betonte dabei die Bedeutung eines klaren Markenkerns, der auch bei veränderter Ansprache bestehen bleiben müsse. Auch Sabine Eriksen unterstrich die Relevanz eines konsistenten Markenversprechens und verwies darauf, dass konkrete Markenerlebnisse künftig weiter an Bedeutung gewinnen werden.
Eine andere Perspektive auf das Thema lieferte taz-Chefredakteurin Katrin Gottschalk. Sie gab in ihrem Impulsvortrag Einblicke in die Transformation eines genossenschaftlich organisierten Medienhauses - knapp ein Jahr nach der Einstellung der gedruckten Tagesausgabe der taz.
Wege neuer Erlösquellen
Unter Moderation von Laura-Lena Förster (Stv. Chefredakteurin, stern) sprachen Katja Fleischmann (Business Development / Head of DRIVE, dpa Deutsche Presse-Agentur), Anna Pointinger (Vorständin, Krautreporter) und Karsten Samland (Head of Partnerships, Substack) in ihrem Panel über neue Monetarisierungswege. Katja Fleischmann teilte erste Erfolge aus dem Projekt DRIVE, in dem regionale Verlage ihre Digital-Abos bündeln, um ihr Angebot zu erweitern und zusätzliche Erlöspotenziale zu erschließen.
Karsten Samland zeigte am Beispiel von Substack, wie unabhängige Medienschaffende eigene Angebote für ihre Community entwickeln und monetarisieren können. Anna Pointinger berichtete über den "Medienpass", ein gemeinsames Sonder-Abo von Krautreporter, Übermedien und Good Impact, und zeigte damit ein weiteres Beispiel für neue Kooperationsmodelle im Medienmarkt.
KI im Fokus bei Transformation
KI verändert bereits erste Arbeitsabläufe und Prozesse - doch welche Technologieentscheidungen sind strategisch sinnvoll? Darüber diskutierte Dr. Christian Heise (Chief Strategy & Technology Officer, SPIEGEL-Gruppe) mit Katharina Neubert (Managing Director AI Hub und SVP Strategy & Investments, Holtzbrinck) und Dr. Paul Elvers (Chief AI Officer, FUNKE Mediengruppe). Einigkeit herrschte darüber, dass KI künftig ein integraler Bestandteil der Medienbranche sein wird - in welcher Form und Rolle sei unternehmensabhängig. Zugleich wiesen sie darauf hin, dass nicht alles technisch Mögliche auch auf menschliche Akzeptanz stoße und voreilig eingeführte Angebote zu Vertrauensverlusten führen könnten.
Wie regionaler Journalismus Vertrauen stärken kann, zeigte Burkhard Ewert (Chefredakteur, noz / mh:n MEDIEN) anhand des "360° Universe" Ansatzes der noz. Bestandteil des Ansatzes sind Debatten-Formate, Austausch-Formate zwischen Rezipierenden und Redaktion sowie die Einbindung meinungsstarker Beiträge von Externen in der Berichterstattung.
Ausblick in die Zukunft des Journalismus
Dirk von Gehlen, Director des Think Tank SZ-Instituts der Süddeutschen Zeitung, richtete in seinem Impuls den Fokus auf den Wert von Aufmerksamkeit und zeigte, wie die Neuausrichtung von Journalismus in Zeiten sich wandelnder Aufmerksamkeit gelingen kann. Zum Abschluss der Konferenz gab Sofie Hvitved (Director of Media Futures & Innovation, Copenhagen Institute for Futures Studies) in ihrem Vortrag Einblicke in ihre Forschung und zeigte, wie Zukunftsszenarien dabei helfen können, Unsicherheiten systematisch zu begegnen und Geschäftsmodelle zu entwickeln, die nicht nur auf technologische Entwicklungen reagieren, sondern auch wandelnde Bedürfnisse der Menschen berücksichtigen.
Das scoopcamp 2026 wurde gemeinsam mit einem deutschlandweit besetzten Board aus Vertreterinnen und Vertretern führender Medienhäuser entwickelt. Dem Board gehörten Fachleute von NOZ Digital, FUNKE Regionalmedien, dem Norddeutschen Rundfunk, der ZEIT Verlagsgruppe, der dpa Deutschen Presse-Agentur, RTL, der Hamburger Morgenpost und der SPIEGEL-Gruppe an. So orientierten sich Programm und Diskussionen unmittelbar an den Themen und Herausforderungen, die Publisher und Medienhäuser aktuell beschäftigen.
nextMedia.Hamburg
Mit ihrer Initiative nextMedia.Hamburg fördert die Hamburg Kreativ Gesellschaft gezielt die Medien- und Digitalwirtschaft in Hamburg. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für die Branche nachhaltig zu verbessern und Hamburg als attraktiven Medien- und Digitalstandort zu stärken. nextMedia.Hamburg begleitet Unternehmen auf ihrem Weg in eine erfolgreiche digitale Zukunft - vom technologieorientierten Start-up bis zum etablierten Medienhaus. Die Initiative unterstützt Transformationsprozesse, fördert neue Geschäftsideen und gibt Innovationen gezielt Anschub. Mehr erfahren auf www.nextmedia-hamburg.de
Hamburg Kreativ Gesellschaft
Die Hamburg Kreativ Gesellschaft ist seit 2010 die städtische Wirtschaftsförderung für die Kreativwirtschaft in Hamburg. Als eine der größten und ältesten Institutionen ihrer Art in Deutschland unterstützt sie Kreativschaffende aller elf Teilmärkte - von Design und Musik über Film und Architektur bis hin zu Games und Werbung. Mit Förderprogrammen, Beratungen, Netzwerkveranstaltungen und Innovationsformaten stärkt die Hamburg Kreativ Gesellschaft die wirtschaftliche und gesellschaftliche Relevanz der Branche. Darüber hinaus ist sie aktiv in der Vermittlung und Entwicklung von Räumen für Kreativschaffende sowie in Quartiers- und Stadtentwicklungsprozesse involviert. Mit dem Projekt Jupiter, der Umnutzung eines ehemaligen Kaufhauses, hat sie einen bundesweiten Leuchtturm für kreative Zwischennutzung geschaffen, der 2024 mit dem polis Award ausgezeichnet wurde. Weitere Informationen unter: kreativgesellschaft.org.
Über dpa
Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) wurde 1949 gegründet und gehört zu den weltweit führenden unabhängigen Nachrichtenagenturen. dpa beliefert Medien, Unternehmen und Organisationen mit redaktionellen Angeboten. Dazu zählen Texte, Fotos, Videos, Grafiken, Hörfunkbeiträge und andere Formate. Als international tätige Agentur berichtet dpa in sieben Sprachen. Rund 1000 Journalistinnen und Journalisten arbeiten weltweit an etwa 130 Standorten. Gesellschafter der dpa sind rund 170 deutsche Medienunternehmen. Die Zentralredaktion der dpa unter der Leitung von Chefredakteur Sven Gösmann befindet sich in Berlin. Die Geschäftsführung um ihren Vorsitzenden Peter Kropsch ist am Unternehmenssitz in Hamburg tätig. Vorsitzender des Aufsichtsrats ist Daniel Schöningh (Geschäftsführer der Münchener Zeitungs-Verlag GmbH & Co. KG, München).
Im In- und Ausland vertrauen Medien unterschiedlicher redaktioneller Ausrichtung der überparteilichen, neutralen und verifizierten Berichterstattung der dpa. Die dpa arbeitet nach den in ihrem Statut festgelegten Grundsätzen: unabhängig von Weltanschauungen, Wirtschaftsunternehmen oder Regierungen. Finanzielle Zuwendungen von staatlichen Stellen, Unternehmen und Privatpersonen lehnt die dpa ab. Projektgebundene Förderungen nimmt die dpa lediglich in einigen wenigen ausgesuchten Fällen und nach sorgfältiger Prüfung an. Eine Auflistung dieser Projekte ist auf unserer Website (https://www.dpa.com/de/ueber-die-dpa/unabhaengigkeit#projekt-forderungen) zu finden.
Pressekontakt:
Sören Jakob
nextMedia.Hamburg
Hamburg Kreativ Gesellschaft
Telefon: +49 40 23 72 435 63
E-Mail: soeren.jakob@nextmedia-hamburg.de
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
Jens Petersen
Leiter Konzernkommunikation
Telefon: +49 40 4113 32843
E-Mail: pressestelle@dpa.com
Original-Content von: dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH, übermittelt durch news aktuell
Die Süddeutsche Zeitung ist weder für den Inhalt der Anzeige noch die darin enthaltenen Verlinkungen noch für ggf. angegebene Produkte verantwortlich.