Anzeige
Ford-Werke GmbH

Das halbe Jahrhundert ist voll: Vor 50 Jahren zeigte der Ford Capri, was ein wahrer Volkssportler ist

Im Januar 1969 gab der Ford Capri seine internationale Publikumspremiere auf dem Brüsseler Automobilsalon und wurde noch im gleichen Monat in der Bonner Beethovenhalle der deutschen Fachpresse vorgestellt. Im Februar 1969 schließlich betrat der Capri die Arena, in der Erfolge gefeiert und Niederlagen erlitten werden: die Showrooms der Händler, den Markt. Ursprünglich hätte der Capri übrigens Colt heißen sollen. Aber wie sich herausstellte, führte bereits ein fernöstlicher Hersteller diesen Namen in seinem Modellportfolio. Das Bild zeigt den Ford Capri 1700 GT (1969). Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/6955 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Ford-Werke GmbH" Im Januar 1969 gab der Ford Capri seine internationale Publikumspremiere auf dem Brüsseler Automobilsalon und wurde noch im gleichen Monat in der Bonner Beethovenhalle der deutschen Fachpresse vorgestellt. Im Februar 1969 schließlich betrat der Capri die Arena, in der Erfolge gefeiert und Niederlagen erlitten werden: die Showrooms der Händler, den Markt. Ursprünglich hätte der Capri übrigens Colt heißen sollen. Aber wie sich herausstellte, führte bereits ein fernöstlicher Hersteller diesen Namen in seinem Modellportfolio. Das Bild zeigt den Ford Capri 1700 GT (1969). Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/6955 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Ford-Werke GmbH"

Köln (ots) -

- Ford Capri I (1969 bis 1973): "Außergewöhnliches Fahrzeug für
gewöhnlichen Markt" - Ford Capri II (1974 bis 1977): Zeitgemäße Fortsetzung der Idee
vom sportlichen Alltagscoupé - Ford Capri III (1978 bis 1986): Serienmodell auf Basis der
Studie "Modular Aerodynamic" - Ford Capri im Motorsport: der perfekteste Renntourenwagen seiner
Zeit 50 Jahre Ford Capri: Diese Baureihe hat es geschafft, im Verlauf von
fünf Jahrzehnten ohne Verlust von Anmut und Spannkraft vom populären
Alltagssportwagen für Jedermann zum begehrten Klassiker zu reifen.
Das lag vor allem an der Art Magie, die entsteht, wenn Einfachheit
und Schönheit sich zu etwas Greif- und Begreifbarem verbinden und
einem Objekt Seele und Charakter verleihen. Das ist das Holz, aus dem
der Capri geschnitzt ist. Mit seinen betörenden Formen weckte er
Begehrlichkeiten und Träume, die sich auch nach dem Aufwachen noch
erfüllen ließen. Träume mit Bodenhaftung eben. Nachfolgend die
wichtigsten Stationen aus dem "Leben" eines Publikumslieblings.

Bilder sowie eine Langfassung dieses Pressetextes mit unter anderem
zwei zusätzlichen Kapiteln ("Schlagzeilen und Überschriften" sowie
"Slogans und Werbesprüche", jeweils bezogen auf alle drei Ford
Capri-Generationen) sowie mit einer umfangreichen Ford
Capri-Modell-Chronologie sind über diesen Link abrufbar:
http://ots.de/18BAby

Ford Capri I (1969 - 1973)

"Ein außergewöhnliches Fahrzeug für einen gewöhnlichen Markt" ...

... So lautete die Überschrift einer Pressemitteilung, mit der die
Medien auf die erste Capri-Generation eingestimmt wurden: Form, Größe
und Fahrleistungen dieses Wagens vereinigen sich zu einem neuartigen
Begriff der Sportlichkeit. Denn der Capri ist weder ein Kompromiss
zwischen Sportwagen und Familienwagen, noch ist er eine abgewandelte
Limousine. Er ist, vereinfacht ausgedrückt, ein mittelgroßes
Fastback-Coupé von äußerst ansprechender, sportlicher Form. Dabei ist
er, gemessen an Sportwagen-Standards, überaus geräumig - er bietet
Platz für vier Personen und ihr Gepäck - und hat dennoch viele der
Eigenschaften, die einen echten Sportwagen auszeichnen. Bis auf den
Preis.

Wer hat´s "erfunden"? Der US-Designer Philip T. Clark, Schöpfer auch
des Mustang

Die straffen Formen dieses automobilen Kulturguts, seine klaren
Flächen und Konturen waren nicht etwa das Werk deutscher
Kreativkunst. Verantwortlich zeichnete vielmehr der amerikanische
Designer Philip T. Clark, Schöpfer des ebenfalls kultigen Ford
Mustang. Clark war auch der eigentliche Inspirator für eine Art
deutscher Mustang - der Capri eben.

Nach ausführlichen Marktforschungen rechneten die Modellplaner mit
einem deutlich überwiegenden Anteil junger Käufer in der Altersspanne
18 bis 29 Jahren. Die Marketingexperten vergaßen natürlich nicht,
auch reifere Jahrgänge ins Sportcoupé zu holen. Und weil die Älteren
meist doch mehr von Vernunft gelenkt werden als von Adrenalinstößen,
wurden auch Familienkompetenz und Nutzwert des Capri herausgestellt.

Versinkende Sonne statt rauchender Colts - wie der Capri zu seinem
Namen kam

Im Januar 1969 gab das neue Auto seine internationale
Publikumspremiere auf dem Brüsseler Automobilsalon und wurde noch im
gleichen Monat in der Bonner Beethovenhalle der deutschen Fachpresse
vorgestellt. Im Februar 1969 schließlich betrat der Capri die Arena,
in der Erfolge gefeiert und Niederlagen erlitten werden: die
Showrooms der Händler, den Markt. Ursprünglich hätte der Capri
übrigens Colt heißen sollen. Aber wie sich herausstellte, führte
bereits ein fernöstlicher Hersteller diesen Namen in seinem
Modellportfolio.

Fünf Modellvarianten zur Markteinführung

Capri 1300, Capri 1500, Capri 1700 GT, Capri 2000, Capri 2300 GT:
Insgesamt fünf Modellvarianten standen zur Markteinführung zur Wahl -
bis 1,7 Liter Hubraum in V4-, darüber in V6-Formation. Kenner
identifizierten die Sechszylindermodelle übrigens am "Power-Buckel",
einer verräterischen Ausbuchtung in der Motorhaube. Das zugehörige
Leistungsspektrum reichte von eher defensiven 50 bis zu 108 PS -
damals ein durchaus respektabler Wert. Je nach Ausführung ließ sich
der Ford Capri damit in verträumten 22,7 (1300) bis sportlichen 10,8
Sekunden (2300 GT) Sekunden auf 100 km/h beschleunigen, die maximale
Reisegeschwindigkeit lag zwischen 133 und 178 km/h - Werte, die ein
halbes Jahrhundert später jeder halbwegs gut aufgelegte Ford Fiesta
erreicht. Der Ford Capri sorgte damals jedenfalls für Aufsehen, und
das nicht alleine mit rassiger Optik und sportlichen Fahrleistungen,
sondern auch mit seinem Preis: 6.995 Deutsche Mark wurden für das
1,3-Liter-Basismodell aufgerufen - eine Preis-Leistungs-Sensation!

Im Herbst 1969 rückte eine "Hochleistungsversion" des 2300 GT zum
Oberhaupt der Modellfamilie auf, die mit scharfer Nockenwelle,
Doppelrohrauspuff und Modifikationen an Zündung und Vergaser satte
125 PS servierte - ein ziemlich heißer Ofen, der im
prestigeträchtigen Sprint sportwagenwürdige 9,8 Sekunden und ein
maximales Marschtempo von 190 km/h vorweisen konnte.

Sportlicher Anspruch und automatisches Schalten waren kein
Widerspruch

Sportlicher Anspruch und automatisches Schalten stellte für Ford
schon damals keinen Widerspruch dar. Als Alternative zum
serienmäßigen Viergang-Handschalter offerierte der Hersteller für
alle Modellversionen mit Ausnahme des 1300ers ein automatisches
Dreistufengetriebe. Die Fahrwerkstechnik samt
McPherson-Federbein-Vorderachse und starrer Hinterachse an
Halb-Elliptik-Längsblattfedern hatten die Entwickler fast unverändert
von Capri's bravem Bruder übernommen, dem Ford Taunus.

Zudem gerierte sich der Ford Capri schon damals als Europäer
modernerem Zuschnitts. Gebaut wurde er nämlich nicht nur im
Ford-Stammwerk Köln-Niehl, wo das Unternehmen 86 Millionen DM in neue
Produktionsanlagen investiert hatte, sondern auch im englischen
Halewood, wo ihm Motoren aus dem britischen Ford-Programm
eingepflanzt wurden.

1973 war das erfolgreichste Jahr der gesamten Capri-Historie

In kürzester Zeit stürmte das Auto mit den Kölschen Wurzeln die
Herzen seiner Zielgruppe, denn schon zur Internationalen
Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt/M. des Jahres 1969 konnte
Ford vermelden: Inzwischen sind in Köln rund 75.000 Capris gebaut
worden. Und obwohl die Produktion dieses Modells seit Januar ständig
erhöht wurde, gelang es nicht, mit der ungewöhnlich lebhaften
Nachfrage Schritt zu halten.

Und das sollte so bleiben. Bis zum Ende ihrer fünfjährigen Laufzeit
sorgte die erste Ford Capri-Generation nämlich nicht nur für
Fahrvergnügen, sie schuf auch ein imposantes Zahlenwerk: 784.000
Einheiten waren von 1969 bis einschließlich 1973 in Deutschland
gebaut worden, 244.000 davon fanden auf dem Heimatmarkt einen
Abnehmer. 1973, das letzte Jahr im Modellzyklus von Generation I,
wurde zum erfolgreichsten der Ford Capri-Historie überhaupt: im
August 1973 rollte das 1.000.000ste Exemplar vom Band.

Bis dahin waren aber noch diverse Modifikationen und
Modellpflegemaßnahmen in die Serie eingeflossen. Auch durch das
Motorenprogramm war noch einmal frischer Wind geweht. Die V4-Motoren
wurden durch 1,3- und 1,6-Liter-Reihenvierzylinder mit 55 und 72 PS
beziehungsweise 88 PS aus dem Ford Taunus-Programm ersetzt, während
der 140 PS starke 3,0-Liter-V6, der sich bereits im Granada und
Consul GT bewährt hatte, nun auch für die deutschen Capri-Modelle
verfügbar war.

DER Capri schlechthin: der 1970 vorgestellte 2600 RS

DER Ford Capri schlechthin aus Sicht vieler Enthusiasten, Fans und
Motorsportfreunde war und ist bis heute der Ende 1970 vorgestellte
2600 RS - das bis dato sportlichste Modell der Marke überhaupt. Für
schlanke 15.800 DM erhielten sportlich ambitionierte Fahrer ein Auto
mit sechs Zylindern, Kugelfischer-Einspritzung, tiefergesetztem
Sportfahrwerk und 150 munteren Pferden unter der mattschwarzen
Motorhaube, dessen markantes Doppelscheinwerfer-Gesicht in
Motorsport-Konfiguration schon bald auf Augenhöhe mit der
erfolgsverwöhnten Porsche-Phalanx auftauchen sollte. Die
Homologationsauflage von 1.000 Einheiten, kräftig nachgeschärft mit
Leichtbauzutaten wie Magnesiumfelgen, Plexiglasscheiben und
Kunststofftüren, legte nämlich den Grundstein für eine
außergewöhnliche Rennsportkarriere (siehe: Der Ford Capri im
Motorsport).

Ford Capri II (1974 - 1977)

Eleganter, sicherer, komfortabler, praktischer - die zeitgemäße
Fortsetzung der Idee vom sportlichen Alltagscoupé

Mit dem jetzt vorgestellten Capri II demonstrieren Fords
Konstrukteure, dass sich auch Bestseller noch verbessern lassen,
verkündete Ford zum Start der zweiten Modellgeneration im Jahre 1974.
Die Baureihe sei die zeitgemäße Fortsetzung der Capri-Idee, ein
Vernunftbeispiel in dieser sportlich-funktionalen Klasse ...
eleganter, sicherer, komfortabler und auch noch praktischer als sein
erfolgreicher Vorgänger, von dem in fünf Jahren über eine Million
Exemplare gebaut und in alle Welt verkauft wurden. In ihm verbinden
sich bewährte, millionenfach ausgereifte Technik mit modernem,
funktionellem Design.

Die Nachwirkung der Ölkrise ließ Fahrzeuge wie ihn fast wie
Verirrungen erscheinen

Den günstigsten Zeitpunkt, mögliche Kunden mit einem Schuss ins Herz
zu "erlegen", hatte Diana, die Göttin der Jagd, in Gestalt des Ford
Capri II (Projektname: "Diana") im Februar 1974 nicht wirklich
erwischt. Im Jahr zuvor, 1973, hatte die sogenannte Ölkrise mit
Sonntagsfahrverboten und Geschwindigkeits-Beschränkungen ein
politisches Klima heraufbeschworen, das sportliche Fahrzeuge fast wie
Verirrungen erscheinen ließ. Dass der zweiten Generation des
Erfolgsmodells trotzdem die Herzen zuflogen, lag wohl auch daran,
dass sie Vernunft-Argumente noch lässiger zu bedienen vermochte als
der Vorgänger.

Mit großflächigen, in die Karosserielinie einbezogenen
Rechteck-Scheinwerfern samt integrierten Blinkleuchten sowie glatten
Oberflächen und einer geradlinig durchgezogenen Stoßstange
vermittelte der Ford Capri II noch mehr Sachlichkeit und Klarheit.
Schlanke, weit nach hinten gezogene Seitenfenster streckten zudem den
Aufbau und ließen ihn graziler wirken, während hübsche Details wie
die kleine Erhebung auf der Motorhaube oder ein schwarzer Frontgrill
die Baureihe mit sportlichen Akzenten weiter aufwerteten.

Die Coolness blieb erhalten: lange Motorhaube, knackig-kurzes
Hinterteil

Die Coolness der ersten Ford Capri-Generation, ihre Formensprache und
Proportionen blieben vom Evolutionsschub unberührt: lange Motorhaube,
niedrige Dach- und Gürtellinien, knackig-kurzes Hinterteil - dies
waren Kennzeichen auch des Ford Capri II. Ford-Chefdesigner Uwe
Bahnsen hatte ganze Arbeit geleistet, das Werk seines Vorgängers mit
Know-how und Fingerspitzengefühl weiterentwickelt. Auch bei der
Interieurgestaltung, für die Ford in England verantwortlich
zeichnete, hatten Designer und Ergonomen Hand angelegt und
entsprechend den äußeren Formen Cockpit und Armaturenträger optisch
geglättet. Für mehr Komfort und Seitenhalt waren zudem sportlich
konturierte "Schalensitze" - so nannte man die dezent skulpturierten
Sessel damals tatsächlich - eingebaut worden.

Technisch hatte der Ford Capri II ebenfalls nachgelegt. Fahrern, die
nicht eigenhändig im voll synchronisierten Getriebe herumrühren
mochten, konnten ein neues, speziell auf Wagen im Europaformat
zugeschnittenes Automatikgetriebe wählen. In das Fahrwerk waren zudem
die Erfahrungen aus der ersten Modellgeneration gewinnbringend
eingebracht worden: Eine spurverbreiterte Hinterachse sowie
überarbeitete Feder- und Dämpferabstimmungen verbesserten mit der
Straßenlage auch den Spaßfaktor. Bis zur 2,3-Liter-Version musste
sich der Ford Capri allerdings mit einer eher schmächtigen 165 SR
13-Besohlung begnügen, beim Drei-Liter waren immerhin
185/70er-"Breitreifen" aufgezogen.

Das Motorenprogramm der zweiten Capri-Generation entsprach weitgehend
dem der ersten. Den Part des 1,3-Liter-Einsteigers übernahm zunächst
das aus dem Ford Escort bekannte OHV-Triebwerk mit 55 PS, das aber
kurz darauf gegen eine Normalbenzin konsumierende Version mit 54 PS
ausgetauscht wurde. Die nächsthöheren Stufen in der
Leistungshierarchie besetzten die bekannten 1,6-Liter-Allrounder mit
68, 72 und 88 PS, während der 2600 GT aus dem Programm genommen
wurde. Leistungshungrige wurden jetzt von zwei Sechszylinder-Modellen
bedient: einer 108 PS starken 2,3-Liter-Version und dem
Drei-Liter-"Essex"-Motor mit 138 PS.

Alltagstauglichkeit ins Lastenheft geschrieben

Den Ford-Ingenieuren waren auch bei der zweiten Capri-Generation
Alltagstauglichkeit ins Lastenheft geschrieben worden. Ergo
verfeinerte eine schluckfreudigere Federung den Fahrkomfort, während
größere Fensterflächen für mehr Übersichtlichkeit sorgten und eine
größere Heckklappe das frühere Kofferraum-Deckelchen ablöste. Die
zugehörigen Scharniere hatten die Ford-Ingenieure dabei so clever
versteckt, dass die fließende Linie der Karosserie keinen Schaden
nahm.

Wer angesichts dieser unwiderstehlichen Mischung aus Vernunft und
Verführung immer noch unschlüssig den Geldbeutel knetete, gelangte
womöglich zur Kaufentscheidung, als der Ford Capri noch ein
umfangreiches Sicherheitspaket obendrauf packte: Stahlgürtelreifen,
Stabilisatoren, Scheibenbremsen, Bremskraftverstärker, heizbare
Heckscheibe, elektrische Scheibenwascher, alles ab Werk dabei. Auch
das Vertrauen des Kunden in Marke und Produkt wurde nachhaltig
gestärkt. Als erster und bis dato einziger Automobilhersteller auf
dem deutschen Markt verdoppelte Ford die Neuwagengarantie auf ein
Jahr oder 20.000 Kilometer.

Im Mai 1976 ordnete das Unternehmen die Ford Capri II-Modellpalette
grundlegend neu. Außer Modifikationen an der Ausstattungsstruktur und
bei Innenraumdetails ersetzte ein 2,0-Liter-V6-Motor mit 90 PS die 88
PS starke 1600er-Version und erwies sich als Volltreffer. Seine
überzeugende Kombination aus Laufkultur, Temperament, moderatem
Kraftstoffverbrauch und Zuverlässigkeit harmonierte nicht nur
prächtig mit dem Charakter des Volkssportlers, sondern auch mit den
Erwartungen seiner Käufer.

Der Capri S: ein Leistungssportler "frei von schillernder Zierde"

Als Ersatz für die bisherige GT-Variante kam im Mai 1976 der Ford
Capri S neu ins Spiel, laut Hersteller ein Leistungssportler mit der
Vernunft eines Ford und frei von schillernder Zierde, der mit seinem
Dreiliter-V6 doppelt so teure Sechszylinder-Coupés provoziert:
Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 8,9 Sekunden, Spitze 198 km/h.
Wobei die Werte selbst weniger beeindruckend sind als die Art, wie
dieses großvolumige, aus dem Vollen schöpfende Triebwerk seine
Leistung produziert ... Neue Styling-Elemente wie der markante
Frontspoiler und ein Beifahrer-Außenspiegel rundeten das
Erscheinungsbild des Ford Capri S ab - der nicht nur mit dem
Drei-Liter-Top-Triebwerk zu haben war, sondern auch mit den
kleineren, 90 und 108 PS starken 2,0 l-V6-Motoren.

Ein Auto mit derartigem Charisma drängte sich für Spezial-Editionen
und für das Tuning geradezu auf - wovon auch reichlich Gebrauch
gemacht wurde. So legte Ford 1975 zum Beispiel die limitierte, von
Ford Capri-Kennern kurz "JPS" genannte Sonderserie "John Player
Special" auf, die im Stil der damaligen Lotus Formel-1-Boliden ganz
in Schwarz und Gold gehalten war. Dass dazu jeder Käufer ein
nummeriertes Zertifikat erhielt, trug ebenfalls dazu bei, dieses
Modell zum begehrten Sammlerobjekt zu machen.

Auch in den USA konnte sich der Ford Capri souverän behaupten

Auch auf dem US-Markt war der Capri seit der ersten Modell-Generation
heimisch. Im Revier seines amerikanischen Vetters Ford Mustang, wo
das Tempo zwar limitiert, die Möglichkeiten jedoch unbegrenzt sind,
hatte sich der Capri souverän behauptet und war hinter dem VW Käfer
zeitweise zum zweitbesten Importmodell aufgestiegen. Womit die zweite
Ford Capri-Generation schwarz auf weiß nachweisen konnte, den Erfolg
der ersten Generation fortgesetzt zu haben. Aber auch das sollte nur
die Zwischenetappe einer Erfolgsgeschichte sein, der Capri "hatte
noch nicht fertig".

Bei aller Glorie ist es auch für Helden der motorisierten
Fortbewegung irgendwann Zeit, die Stube für einen Nachfolger
besenrein zu fegen. Beim Ford Capri II war das 1976. Die Produktion
in den englischen Werken Halewood und Dagenham wurde eingestellt,
gebaut wurde der Volkssportler nur noch in den deutschen Werken Köln
und Saarlouis/Saarland.

Capri II ´78, später allgemein Capri III (1978 - 1986)

Die dritte Modell-Generation basierte auf der "Modular
Aerodynamic"-Studie

Die dritte und letzte Modell-Generation des Ford Capri stellte sich
im März 1978 der Öffentlichkeit vor und reckte stolz eine neu
gestaltete Bugpartie mit Halogen-Doppelscheinwerfern und einen
Fronthauben-Überhang mit integriertem Spoiler in den Wind. Das war
kein Imponiergehabe, sondern eine Maßnahme zur Verbesserung der
aerodynamischen Effizienz. Wie der Versperrungs-Lamellenkühlergrill
war diese Technologie von der Studie "Modular Aerodynamic" mit
"Droop-Snout"-Front abgeleitet worden, die Ford als Vorboten des
Capri III auf dem Genfer Automobilsalon 1976 präsentiert hatte. Neu
war auch die bis an die Radauschnitte herangeführte Stoßstange. Die
wurde noch immer so genannt, der elegantere Begriff "Stoßfänger" war
noch nicht gebräuchlich.

Mehr Sicherheit, mehr Fahrvergnügen und Servobremsen, die "solide
Arbeit leisten"

Dem Chassis des Ford Capri III hatten sich die Ingenieure ebenfalls
umfangreich gewidmet, wie Ford Mitte 1977 in einer Pressemeldung
mitteilte: Das Fahrwerk des Ford Capri, im Rennsport mit Erfolg
erprobt, ist auf vitale Motorleistung und hohe Geschwindigkeiten
ausgelegt. Es besitzt eine Vorderachse aus Federbeinen, die durch
Querlenker geführt und einen Querstabilisator zusätzlich versteift
ist. Die Führung der Hinterräder übernimmt eine spur- und
sturzkonstante Hinterachse, die bei allen Capri-Modellen neuerdings
durch Gasdruckstoßdämpfer optimiert ist. In Verbindung mit einem
Querstabilisator ergibt sich daraus ein deutlicher Zuwachs an
Fahrsicherheit, Straßenlage und Kurvenstabilität. Sämtliche Capri
besitzen an der Vorderachse servounterstützte Scheibenbremsen, die
beim Verzögern solide Arbeit leisten ...

Der 1,3-Liter-Basismotor fiel der sportlichen Akzentuierung des Ford
Capri III zum Opfer. Das gestraffte Motorenprogramm umfasste nun zwei
1,6-Liter-Reihenvierzylinder sowie drei V6-Triebwerke mit 2,0, 2,3
und 3,0 Litern Hubraum und einem Leistungsspektrum von 68 bis 138 PS.
Weitere Änderungen zum Modelljahr 1979 konzentrierten sich auf
technischen Feinschliff an der Antriebspalette, wobei die Zwei- und
Drei-Liter-Sechszylinder auf mehr Wirtschaftlichkeit und Leistung
getrimmt wurden. So ließ sich die Zwei-Liter-Version bei
unveränderten 90 PS nun mit Normal- statt mit Superbenzin betanken,
während der "Zwo-Dreier" mit nunmehr 114 PS (vorher: 108 PS) das
damalige Reglement der Kfz-Versicherer konsequent ausreizte. Auch der
Drei-Liter hatte etwas vorzuweisen: Er machte die 19.607,53 DM teure
Capri S-Version zu Deutschlands günstigstem Angebot im Klub der 200
km/h schnellen Automobile.

Im weiteren Verlauf des Jahres 1978 vergrößerte sich die
Capri-Antriebspalette um einen Zwei-Liter-Vierzylinder mit 101 PS,
der sich durch besondere Kraftstoff-Askese auszeichnete und zugleich
mit seinem Temperament zu flotten Kurvenküren animierte.

Der 2,8 Injection: eine Entwicklung des Teams "Special Vehicle
Engineering"

Ein wahrer Knaller reihte sich 1981 in die Sportlerriege ein: der
Ford Capri 2,8 Injection. Es handelte sich dabei um eine Entwicklung
des Teams "Special Vehicle Engineering". Der "Injection" ersetzte die
Drei-Liter-Version und wurde von den Marketing-Experten als Erbe des
legendären 2600 RS positioniert.

Die motorische Umsetzung erfolgte über einen neuen
2,8-Liter-V6-Einspritzmotor, der dank einer Leistung von strammen 160
PS in anspruchsvoller Dosierung Dynamik und Fahrerlebnisse erzeugte.
210 km/h lautet die Tempoansage, die Beschleunigung aus dem Stand auf
100 km/h erledigte der "Injection" in gut acht Sekunden. Mit ihm
konnte man sich auf dem Sportfahrer-Parkett blicken lassen, zumal die
gebotene Power von einem modifizierten S-Fahrwerk mit verstärkten
Querstabilisatoren, 205/60 VR 13-Breitbereifung auf
Leichtmetall-Siebenzöllern und Bremsdruck-Regelventil an der
Hinterachse auch sportgerecht inszeniert wurde. Auch Design- und
Ausstattungsdetails wie ein betont expressiver Spoilersatz, markante
Zierstreifen und ein entsprechend akzentuiertes Interieur ließen an
dem bevorzugten Bewegungsprofil dieses Ford Capri keinen Zweifel
aufkommen.

Der Ford Capri Turbo: bis zu 215 km/h schnell

"Einer geht noch", mochten sich die Modellstrategen gedacht haben,
als sie ebenfalls noch 1981 (Juli) den Ford Capri Turbo in einer
limitierten Stückzahl von 200 Exemplaren aus der Taufe hoben. Unter
der Haube pumpte das per KKK-Turbolader auf 188 PS aufgeblasene
2,8-Liter-Herz des "Injection", auf Wunsch war ein Sperrdifferenzial
lieferbar. Von seinen zahmeren Brüdern unterschied sich der "Turbo"
außerdem durch muskulöse 235-Millimeter-Bereifung unter aerodynamisch
geformten Kotflügelverbreiterungen sowie durch eine Front- und
Heckbeflügelung, die den Fahrtwind in die gewünschten Bahnen lenkte.
Das Ergebnis war schon in nüchternen Zahlen imponierend: Lediglich
acht Sekunden vergingen vom stehenden Start bis Tempo 100 km/h, bis
zu 215 km/h war der Ford Capri Turbo schnell.

Im August 1981 wurde der 2,8 Injection "entlimitiert" und ins
reguläre Modellprogramm aufgenommen, die Zwei- und
Drei-Liter-V6-Varianten traten dafür in den Ruhestand. 1983 wurde das
Antriebsprogramm noch einmal nachjustiert. Neues Einstiegsmodell in
die Ford Capri-Welt war nun der 2,0 GT mit dem
101-PS-Vierzylindermotor, die goldene Mitte markierte der 114 PS
starke 2,3 S, an der Spitze thronte der "Ober-Capri" 2,8 Injection.
Drei Jahre später, 1984, leiteten die Modelle Super GT und Super
Injection dann das Ende der Ford Capri-Ära ein.

Insgesamt wurden rund 1,9 Millionen Ford Capri-Exemplare produziert -
ein überaus erfolgreiches Kapitel deutscher und europäischer
Automobilgeschichte. Einen wirklichen Nachfolger erhielt der Ford
Capri nicht.

Der Ford Capri im Motorsport

Der perfekteste Renntourenwagen seiner Zeit

Ursprung der außergewöhnlichen Motorsportkarriere des Ford Capri war
das im Jahre 1970 präsentierte Straßenmodell RS 2600. 1971 beteiligt
sich Ford werksseitig mit zwei Fahrzeugen an der
Tourenwagen-Europameisterschaft und mit einem Exemplar an der
Deutschen Rundstrecken-Meisterschaft. Die Ergebnisse sprachen für
sich: Auf internationaler Bühne holte Dieter Glemser den Titel, im
deutschen Wettbewerb fuhr Jochen Maas mit dem Maximalergebnis von
acht Siegen in acht Läufen den Gesamtsieg ein. Auch 1972 dominierten
die Ford Capri fast überall nach Belieben und vergrößerten ihre
Erfolgsbilanz um die Deutsche Automobil-Rennsportmeisterschaft
(Hans-Joachim Stuck), die Europa-Tourenwagen-Meisterschaft (Jochen
Maas), die Plätze eins und zwei beim 24-Stunden-Klassiker von Le Mans
und einen Dreifachsieg beim 24-Stunden-Rennen im belgischen
Spa-Francorchamps.

Nach einer Übergangszeit begann 1978 in der Deutschen
Rennsport-Meisterschaft die Ära des 400 PS starken Ford Capri Turbo,
der sich 1979 mit vier Siegen in der Division bis zwei Liter Hubraum
als wahrer Hecht im Karpfenteich entpuppte und 1980 als rund 580 PS
starker "Super Capri" in der großen Division über zwei Liter Hubraum
selbst die dominanten Porsche 935 ins Visier nahm. Mit fünf Siegen
avancierte Klaus Ludwig zum erfolgreichsten Fahrer der Meisterschaft,
auch wenn er aufgrund von Regelstreitigkeiten den Meistertitel
verpasste. Auch Walter Röhrl begann seine überaus erfolgreiche
Rallye-Karriere auf einem Ford Capri.

1981 war ebenfalls ein Ford Capri-Motorsportjahr - aber leider auch
das letzte, denn der Nachfolger C100 lief sich bereits warm. Mit zehn
Siegen in dreizehn Läufen legten Klaus Ludwig und sein Turbo-Capri in
der kleinen Division einen wahren Durchmarsch zur Meisterschaft hin,
während parallel dazu der Super Capri mit Manfred Winkelhock sechs
Siege in der großen Division einfuhr. Ein Abgang mit Ausrufezeichen!

Link auf Bilder Über den nachfolgenden Link sind Bilder vom Ford
Capri abrufbar: http://ots.de/2uKd66

Ford-Werke GmbH

Die Ford-Werke GmbH ist ein deutscher Automobilhersteller und
Mobilitätsanbieter mit Sitz in Köln. Das Unternehmen beschäftigt an
den Standorten Köln, Saarlouis und Aachen mehr als 24.000
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Seit der Gründung im Jahr 1925
haben die Ford-Werke mehr als 46 Millionen Fahrzeuge produziert. Für
weitere Informationen zu den Produkten von Ford besuchen Sie bitte
www.ford.de

Pressekontakt:

Isfried Hennen
Ford-Werke GmbH
0221/90-17518
ihennen1@ford.com


Original-Content von: Ford-Werke GmbH, übermittelt durch news aktuell

Presseportal-Newsroom: Ford-Werke GmbH

Unternehmensnachrichten präsentiert von PRESSEPORTAL Presseportal Logo

presseportal.de ist ein Angebot der news aktuell GmbH

news aktuell GmbH
Mittelweg 144
20148 Hamburg
E-Mail: info@newsaktuell.de

www.newsaktuell.de/kontakt

Die Süddeutsche Zeitung ist weder für den Inhalt der Anzeige noch die darin enthaltenen Verlinkungen noch für ggf. angegebene Produkte verantwortlich.