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Zur Weltimpfwoche 2026: RSV-Schutz für Risikogruppen kennt keine Saison
München (ots) -
Viele Menschen warten mit Impfungen gegen Atemwegsinfektionen bis zum Herbst, doch das ist in einigen Fällen nicht nötig. Anlässlich der Weltimpfwoche vom 24. bis zum 30. April mit dem Motto "Impfungen wirken in jeder Generation" lohnt ein Blick auf einen oft übersehenen Aspekt: Die Impfung gegen das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist nicht an die Erkältungssaison gebunden. Für ältere Erwachsene mit Vorerkrankungen bedeutet das, sie können ihren Schutz unabhängig planen und Arzttermine außerhalb der klassischen Infektsaison nutzen, wenn die Wartezimmer weniger voll sind.[1,2]
Frühzeitig handeln statt auf die Saison zu warten
Impfungen gegen Atemwegsinfektionen werden häufig als klassisches Herbstthema verstanden. So auch beim Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV), einem weltweit verbreiteten Atemwegserreger. Dr. Justus de Zeeuw, Facharzt für Innere Medizin und Lungenheilkunde, klärt diesen Mythos auf: "Nach jetzigem Stand schützt die Impfung über mehrere Saisons. Es ist daher nicht so zeitkritisch, wann man sich impfen lässt. Man muss sich nicht an eine bestimmte Saison halten - eine Impfung ist auch im März, August oder Oktober möglich."
Die Schutzimpfung gegen RSV ist also nicht an die Erkältungssaison gebunden, wie es viele Menschen von anderen Atemwegserkrankungen kennen.[1]
Die Behandlungsmöglichkeiten einer RSV-Infektion sind begrenzt. Häufig lassen sich nur die Symptome therapieren, nicht der Erreger selbst.[3,4] Umso wichtiger ist die Vorsorge. Neben allgemeinen Hygienemaßnahmen wie Abstandhalten und Händewaschen kommt der RSV-Impfung eine zentrale Rolle zu. Sie kann dazu beitragen, das Risiko für schwere Krankheitsverläufe zu senken und Komplikationen zu vermeiden.[4] Ältere Erwachsene und Menschen mit Vorerkrankungen können daher gezielt Routineuntersuchungen im Frühjahr oder Sommer nutzen, um das Thema RSV anzusprechen - oft zu Zeiten, in denen Arztpraxen weniger ausgelastet sind und bei Bedarf mehr Raum für ausführliche Beratung bleibt.
Wem die Schutzimpfung empfohlen wird
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die RSV-Impfung für:
- ab 75 Jahren: alle Personen.[5]
- 60-74 Jahre: Personen mit bestimmten schweren Vorerkrankungen, etwa der Atemwege oder des Herz-Kreislauf-Systems, und für Bewohner von Pflegeeinrichtungen.[5]
"Die Kombination aus weniger aktivem Immunsystem und chronischen Grunderkrankungen im Alter erhöht das Risiko für schwere RSV-Infektionen", so Dr. de Zeeuw. "Viele Menschen verstehen nicht, dass wir bei RSV von etwas anderem als einer Erkältung reden. Eine RSV-Infektion kann nicht nur einen Schnupfen bedeuten, sondern in einigen Fällen auch eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich machen. Im schlimmsten Fall endet eine Infektion sogar tödlich", fügt der Experte hinzu.
Konkret heißt das: Kommt es bei älteren Erwachsenen mit Vorerkrankungen zu einer RSV-Infektion, steigt das Risiko für einen schweren Verlauf mit lebensbedrohlichen Komplikationen wie einer Lungenentzündung oder Herzversagen.[3,5] Dazu kommt, dass sich bestimmte Vorerkrankungen negativ auf den Verlauf der RSV-Infektion auswirken können und eine RSV-Infektion wiederum eine Vorerkrankung deutlich verschlechtern kann. Bei Menschen mit Asthma oder einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) kann sich etwa verstärkt Luftnot entwickeln.[4] In Deutschland muss etwa jede vierte diagnostizierte RSV-Infektion bei Erwachsenen ab 60 Jahren im Krankenhaus stationär behandelt werden, einige sogar intensivmedizinisch.[6,7]
Langfristige Folgen nicht unterschätzen
Eine RSV-Infektion kann nicht nur akut belasten, sondern auch langfristige Auswirkungen haben. So können sich bestehende Erkrankungen nachhaltig verschlechtern, beispielsweise wenn sich die Lungenfunktion nicht vollständig erholt. Betroffene können in ihrem Alltag dauerhaft weniger belastbar sein. Dinge, die zuvor problemlos möglich waren, werden dann zur körperlichen Herausforderung. Treppensteigen, Einkäufe, selbst das Spielen mit den Enkeln oder ein kurzer Spaziergang können schnell anstrengend werden und Atemnot auslösen. In schweren Fällen ist die eingeschränkte Belastbarkeit so ausgeprägt, dass Betroffene zeitweise stark auf Unterstützung angewiesen oder sogar bettlägerig sind.[8] Gerade deshalb ist es sinnvoll, Vorsorge frühzeitig einzuplanen.
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NP-DE-AVU-PRSR-260003 (04/2026)
Referenzen
1 Cdc.gov, "Use of Respiratory Syncytial Virus Vaccines in Adults Aged >=60 Years: Updated Recommendations of the Advisory Committee on Immunization Practices - United States, 2024". Verfügbar unter: https://www.cdc.gov/mmwr/volumes/73/wr/pdfs/mm7332e1-H.pdf Zugriff: April 2026
2 Einecke D MMW Fortschr Med. 2026 Apr;168(7):69
3 Nhs.uk, "Respiratory syncytial virus (RSV)". Verfügbar unter: https://www.nhs.uk/conditions/respiratory-syncytial-virus-rsv/ Zugriff: April 2026
4 Rki.de, "RSV-Infektion RKI-Ratgeber". Verfügbar unter: https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_RSV.html Zugriff: April 2026
5 Rki.de, "RSV-Impfung für ältere Menschen". Verfügbar unter: https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Impfen/Informationsmaterialien/Faktenblaetter-zum-Impfen/RSV-Impfung-Aeltere-Menschen.pdf?__blob=publicationFile Zugriff: April 2026
6 Havers FP et al. JAMA Netw Open. 2024 Nov 4;7(11):e2444756
7 Marijic P et al. Pharmacoecon Open 2025;9(3):445-459
8 Wildenbeest JG et al. Lancet Respir Med. 2024 Oct;12(10):822-836
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