SOS-Kinderdörfer weltweit e.V.
Auswirkungen von El Niño: SOS-Kinderdörfer weltweit sehen Notwendigkeit jetzt zu handeln, um Kinder zu schützen
Menschen in überfluteten Gebieten Ende 2025, die durch das Hochwasser gehen oder vor Wellblechhütten stehen. (Bild nur zur Verwendung im Kontext der SOS-Kinderdörfer weltweit) / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/1658 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis.
München (ots) -
El Niño ist bereits da und seine Auswirkungen werden sich nach Prognosen der Weltwetterorganisation noch deutlich verstärken. Besonders groß sind die Risiken durch das Wetterphänomen in Regionen, in denen Konflikte, Hunger oder Vertreibung nicht zuletzt auch Kinder ohnehin schon geschwächt haben. Die SOS-Kinderdörfer weltweit sehen die Notwendigkeit, betroffene Länder frühzeitig ausreichend und vorausschauend zu unterstützen.
"Wenn wir heute handeln, können wir viele Menschenleben retten. Regierungen, zivile und staatliche Hilfsorganisationen sollten jetzt an einem Strang ziehen, um mehr Mittel und Hilfen bereitzustellen. Denn wenn Ernten ausfallen, Menschen ihr Zuhause verlieren oder Kinder hungern, ist es zu spät. Um helfen zu können, sind Hilfsorganisationen, erst recht nach den Kürzungen der letzten Jahre, auf zusätzliche Mittel für vorausschauende humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit aus dem Bundeshaushalt angewiesen. Jeder Euro, der heute in Vorsorge investiert wird, kann später Leid verhindern, Menschenleben retten und die Folgekosten drastisch reduzieren", sagt Prof. Dr. Sabina Schutter, Vorständin bei den SOS-Kinderdörfern weltweit.
Schon in den letzten Wochen haben sich erste Auswirkungen von El Niño bemerkbar gemacht. Für die anstehenden Monate befürchtet unter anderem die Weltwetterorganisation, dass es zu Extremwettereignissen wie langanhaltende Dürren und Überschwemmungen in vielen Regionen der Welt kommt. Insbesondere in Ländern, die sich wegen eines Konflikts oder Nahrungsmittelknappheit eh schon im Krisenmodus befinden, wie Somalia oder Sudan, wird sich die Lage wohl dramatisch verschärfen.
Die Folgen treffen Kinder besonders hart. Dürren können Ernten vernichten und Lebensmittel verteuern. Schon derzeit sind laut UN-Angaben weltweit rund 1,8 Milliarden Kinder von Dürren betroffen. Überschwemmungen verschmutzen häufig das Trinkwasser und begünstigen Krankheiten. Für Babys und Kleinkinder können Mangelernährung und Dehydrierung schnell lebensbedrohlich werden. "Für Kinder geht es dabei nicht nur um Nahrung und Gesundheit. Wenn Familien keine Lebensgrundlage mehr haben und fliehen müssen oder Schulen über Wochen geschlossen bleiben, verlieren Kinder Sicherheit und oft auch Bildung. Zudem steigt in solchen Extremsituationen das Risiko von Kindertrennungen, Ausbeutung und Frühverheiratungen an, da Familien in ihrer Existenznot oft keinen anderen Ausweg sehen. Vorausschauende Hilfe muss daher gezielt soziale Netze und Kinderschutzsysteme vor Ort stärken. Hier gilt es anzusetzen und sich vorzubereiten, um die Folgen von El Niño abzumildern", sagt Schutter.
Die SOS-Kinderdörfer weltweit schlagen vor, dass Nothilfe-Vorräte aufgestockt, präventiv Cholera-Impfkampagnen durchgeführt und mobile Gesundheitsteams in besonders bedrohten Ländern gestärkt werden. Auch Frühwarnsysteme und Notfallpläne sollten noch kurzfristig ausgebaut werden, um Schäden im Fall einer Flut zu vermeiden. "Das sind große Aufgaben, die wir aber mit internationaler Unterstützung meistern können. Deshalb sollte sich die Bundesregierung auch auf internationaler Ebene dafür einsetzen, dass jetzt gehandelt wird. Es ist 5 vor 12", so Schutter, die zudem darauf hinweist, dass vorausschauendes Handeln aus ökonomischer Sicht erforderlich sei. Schließlich würden Studien zeigen, dass vorausschauende humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit deutlich kosteneffizienter sind als die Hilfe für Betroffene im Nachgang.
Die SOS-Kinderdörfer weltweit wenden bereits in zahlreichen Projekten vorausschauende humanitäre Hilfe an, um so Menschen vor Eintreffen einer Katastrophe zu helfen. Auch im Kontext von El Niño hat die Organisation vorausschauende Maßnahmen ergriffen. 2025 haben die SOS-Kinderdörfer weltweit 122 humanitäre Hilfsprogramme umgesetzt und damit über 3,8 Millionen Menschen erreicht.
Hintergrund zum Wetterphänomen El Niño
El Niño tritt in unregelmäßigen Abständen immer wieder natürlich auf. Das Wetterphänomen startet mit der Erwärmung der Meeresoberflächen-Temperaturen im zentral-östlichen äquatorialen Pazifik. In normalen Jahren verschieben Passatwinde das warme Oberflächenwasser nach Westen, doch in einem El Niño-Jahr kommen diese Winde zum Erliegen. In der Folge steigt vor Ort warme, feuchte Luft auf. Dieser Vorgang beeinflusst die Wind- und Luftströmungen weltweit. In Australien, Teilen Asiens und im südlichen Afrika kommt es in der Folge oft zu Trockenheit und Dürren, an der Westküste Südamerikas, in Ostafrika und den südlichen USA fällt dagegen oft sehr viel Regen. Die globale Durchschnittstemperatur ist nach einem El-Niño-Jahr besonders hoch. Gerade in Zeiten des Klimawandels und damit eh schon steigender Temperaturen werden die Folgen durch El Niño tendenziell immer größer. Die Unterstützung betroffener Länder ist deshalb auch eine Frage der globalen Klimagerechtigkeit und der Verantwortungsübernahme, Die Menschen in den am härtesten getroffenen Regionen tragen historisch die geringste Verantwortung für die Erderwärmung, zahlen nun aber oft den höchsten Preis.
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